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BORKENKÄFER – Ist der Thüringer Wald bald ohne Wald?

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BORKENKÄFER – Ist der Thüringer Wald bald ohne Wald?

Bad Tabarz – Es ist ein Szenario welches sich niemand der gut 120 Besucher wirklich vorstellen mag. Dennoch kann es passieren. Und es hat dies schon im Thüringer Wald gegeben!

„Ich war zehn Jahre alt, da war der Datenberg kahl. Das hat viele viele Jahre gedauert bis da wieder ein Wald da war“ erinnert sich Rolf Bielert aus Bad Tabarz.

Bürgermeister David Ortmann hatte zum Themenabend ins KUKUNA eingeladen. Das Thema des Abends: Borkenkäfer – Wie sich unser Wald verändert.

Das noch Stühle herbeigeholt werden mussten zeigt, wieviel Interesse das Thema in der Bevölkerung hervorruft und zugleich wie ernst die Lage ist.

 

„Alleine im Wald von Bad Tabarz reden wir von zehn bis zwanzig Fussballfelder großen Flächen, die durch den Borkenkäfer zerstört werden.“ sagt Ortmann,

„Das geht jeden an!“.

 

Foto: MKD[thüringen] Der Wald um Bad Tabarz zeigt deutliche Spuren des Borkenkäferbefalls auf. 
Erkennbar an den braunen Bäumen. Doch die Käfer sind längst schon weiter gezogen...

 

Unter den Zuhörern befinden sich zahlreiche Bürger die täglich den Kampf gegen die Plage führen.

So auch Thomas Espig, selbst Forstunternehmer: „Es ist frustrierend, einfach nur frustrierend. Egal wohin man hört, alle sind frustriert. Man rennt hinterher und begrenzt den Schaden. Man versucht es wenigstens.“

So wie der Tabarzer Forstingenieur sieht es auch Revierförster Jürgen Naumann: “ Das ist das Ergebnis der Politik jahrzentelanger Einsparungen an Personal und Technik. Das rächt sich jetzt!“

Und in der Tat, der Wald um den Kurort zeigt schon erhebliche Schäden.

 

Foto: MKD [thüringen]  Aus der Luft gut zu erkennen wo der Käfer war. 
Am Boden ist es erheblich schwieriger den Feind zu lokalisieren.

 

Doch was man sieht ist erst der Anfang. „Wir sind mit allen Leuten dabei den Borkenkäferbefall zu lokalisieren.“ sagt Dr. Gerhard Struck von Thüringen Forst.

„Wir haben bereits externe Forstunternehmen bis zum Jahresende vertraglich an uns gebunden. Wenn jetzt das Wetter mitspielt und wir etwas Vorsprung kriegen, haben wir gute Chancen“, erklärt er weiter.

 

Die toten Bäume sind aber nicht das Problem. Zu erkennen wie weit dieser gefährliche Winzling vorgedrungen ist, dass ist die Aufgabe.

Es ist ein Wettlauf mit der Zeit.

Immerhin schafft es EIN Borkenkäfer 170.000 Nachfolger pro Jahr zu produzieren.

Die sich verändernden klimatischen Bedingungen helfen ihm dabei. Die Fichte, sie gilt als Thüringer Brotbaum – also der Baum mit dem größten wirtschaftlichem Nutzen –  kommt gegen die anhaltenden warmen Jahre und den Käfer nicht an.

 

Gelingt es nicht, den Borkenkäfer vor der dritten Generation zu stoppen, dann wiederholt sich Geschichte. Thüringer Wald ohne Wald!

 

Das gab es schon einmal. In den Jahren 1947 – 1949 wurde der Thüringer Wald schon einmal von Borkenkäfern heimgesucht. Das man diesen Kampf gewonnen hat verdankt man zehntausenden von Waldarbeiterinnen und Waldarbeitern – und russischen Soldaten.

 

 

Gedenktafel an die vielen Helferinnen und Helfer / Foto: MKD [thüringen]

 

Ein Gedenkstein erinnert am Rondell nahe Oberhof an die Anstrengungen der Jahre 1947-49, als der mittlere Thüringer Wald vom Borkenkäfer befallen war. Foto: MKD [thüringen]

Das auch 2019 der Ruf nach Soldaten laut wird, kann man verstehen. Aber kann die Bundeswehr hier wirklich nützlich sein? Die Meinungen hierzu sind recht unterschiedlich. Manche halten die Bundeswehr nicht einmal dafür gerüstet, andere glauben, wie z.B. der Innenminister, mit gezielten Sprengungen gefährliche Bäume beseitigen zu können.

Innenminister Maier mag sich das nicht so recht vorstellen wollen, Bundeswehr im Wald. Aber das man in der Bevölkerung mehr Engagement für den Wald zeigen müsse, ist er sich sicher.

„Ich habe heute Abend verstanden, das auch ich etwas tun muss…“ sagt Dr. Heise aus Tabarz in unsere Kamera. „Dazu bin ich bereit!“. Doch er sieht nicht nur sich in der Pflicht. „Anstatt freitags Schule zu schwänzen, solle Greta ihre Fans auffordern, anstatt immer nur zu kritisieren, anfangen, konkret Maßnahmen zu benennen wo sie etwas tun können. Und da wäre die Waldpflege wäre zum Beispiel ein ganz wichtiger Punkt!“.

Auf die Frage ob man die „freien Flächen“ nicht, so wie von Mitgliedern der Landesregierung ins Spiel gebracht, Windräder aufstellen könne, erteilt Innenminister Maier eine klare Abfuhr. „Das kann punktuell Sinn machen. Ich plädiere eher dafür, den Wald wieder aufzuforsten. Bloß keine Windräder!“.

 

Egal welche Meinung man vertritt. In einem waren sich alle Besucher der Veranstaltung sicher! Man muss etwas tun! Nichts zu tun, ist das Falschste was man tun kann!

 

Hier ein Stimmungsbild der Veranstaltung:

 

 

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