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Urlaub, Corona und neue Herausforderungen – Ein Erlebnisbericht

C MKD [thüringen]/Silvia Rost

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Urlaub, Corona und neue Herausforderungen – Ein Erlebnisbericht

Gastbeitrag von Silvia Rost

Die Autorin unseres Beitrages betreibt, gemeinsam mit ihrem Mann, neben einem kleinen Laden mit regionalen Produkten namens „Landstreichers Köstlichkeiten“ auch ein Erlebniskaffee „Die Gute Stube“ in Ruhla. Anfang März 2020 gönnten sie sich eine Auszeit in Griechenland. Lange geplant und Corona noch nicht so präsent. In ihrem Gastbeitrag erzählt Silvia Rost die Geschichte vom Urlaub auf Kreta, der Rückkehr in Zeiten der Coronakrise und den neuen Herausforderungen.

Vielen Dank!

 

Nein, solch einen Urlaub habe ich noch nie erlebt. Na gut, ich meine eher das Ende des Urlaubs. Als wir vor einem Jahr unsere Auszeit auf Kreta buchten, war die noch gaaanz weit weg. Umso mehr freuten wir uns, als der Termin Anfang März näher kam und damit unsere schöne Zeit auf der griechischen Insel, die wir vor vier Jahren schon einmal erkundeten. Alles passte, auch unser besorgter Anruf bei dem Reiseunternehmen  drei Tage vor Start zerstreute alle Besorgnis, der Flieger auf die Insel war eingeplant und unserem Urlaub stand nichts im Wege.

Und wir verlebten auch 12 schöne Frühlingstage auf der Insel mit viel Respekt einflößender Kultur, überwältigender Geschichte, unvergesslichen Erlebnissen und Kennenlernen der gastfreundlichen Griechen. Alles passte, Hotels waren in Ordnung, Verpflegung ausreichend und das Wetter frühlingshaft mild.

 

Foto: Silvia Rost

 

Ein Ausflug mit einem Mietauto am Sonntag führte uns in entlegene und dünn besiedelte Gegenden der Insel westlich der kleinen Küstenstadt Sitia. Hier ging es über atemberaubende Serpentinen zur Küste, dort wollten wir ein paar ruhige Stunden wandern und das Meer genießen. Auf Google Maps fand mein Mann einen interessant klingenden Eintrag einer dortigen recht ungewöhnlichen Ferienunterkunft: „The Old Bus“ – das wollten wir uns natürlich – sofern möglich – auch anschauen. Die abenteuerliche und kurvenreiche Fahrt auf schmaler Straße entlang der Berge brachte uns zu zwei einsamen Häusern und dem „Old Bus“ direkt am zerklüfteten und rauen Meeresstrand.

 

Foto: Silvia Rost

 

Hier an diesem fast verlassenen Ort lernten wir Ira und Manolis kennen, die viele Monate des Jahres hier leben. Und Dora, die mit ihrem Mann auf dem Nachbargrundstück an der einmaligen Ferienunterkunft „The Old Bus“ arbeiteten. Wir durften diesen alten Bus besichtigen und wurden schließlich noch von Ira und Manolis zum Essen und Raki trinken eingeladen. Mit Händen und Füßen, mit ein wenig griechisch, englisch und russisch (Ira ist Ukrainerin und lebt seit 20 Jahren auf Kreta) unterhielten wir uns und genossen die Zeit mit den griechischen Gastgebern direkt an der Meeresküste.

 

Foto: Silvia Rost

Ein unvergesslicher Tag für uns. Dass es der letze Ferientag auf der Insel sein wird, erfuhren wir erst am späten Abend im Hotel: Abflug nach Haus schon am Montag statt wie geplant am Mittwoch. Also blieben uns nur noch ein paar Stunden um die Koffer vorzeitig zu packen, denn 4.30 Uhr ging der Bus an den Flughafen und 7 Uhr startete der Flieger nach Hause, gegen 9 landeten wir schon in Leipzig. Alles sehr geordnet und planmäßig, auch wenn sich die wartenden Urlauber in den Schlangen noch beängstigend nah kamen.

Nun haben wir zwar zwei Tage Urlaub auf der schönen Insel „eingebüßt“, aber dennoch waren wir froh wieder zu Hause zu sein. Rückblickend muss ich sagen, sind wir froh, dass es so kam. Denn von Tag zu Tag wurde es schwieriger für Urlauber (in aller Welt) wieder nach Hause zu kommen.

Nun hieß und heißt es für uns, den auf den Kopf stehenden Alltag neu zu organisieren. Unseren Laden und unser Café in Ruhla können und wollen wir nicht öffnen – zum Schutz unserer Kunden und Gäste und natürlich zu unserem eigenen Schutz. Dafür bieten wir einen Lieferservice an – wer etwas aus unserem Angebot des Geschäftes möchte, dem bringen wir es bis an die Haustür. Oder wer für sich, seine Familie zu Haus oder auch für Kollegen – sofern man noch an die Arbeitsstelle muss – einen selbstgebackenen Kuchen möchte, den beliefern wir natürlich auch. Es ist das Wenige, was wir im Moment tun können. Ansonsten widmen wir uns lange aufgeschobenen bzw. noch nicht fertigen häuslichen Projekten zum Beispiel die naturnahe Umgestaltung unseres Gartens zu einem „Hortus“.

Ja, es ist eine ganz besondere, ungewöhnlich alles andere als gemütliche Zeit. Viele Menschen machen sich Sorgen um die eigene Gesundheit und die ihrer Lieben, letztlich auch Sorgen um ihre Existenz. Aber sich in den Sorgen zu wälzen und nur noch negativ zu denken, das ist für mich nicht die Lösung. Trotz aller Probleme wollen wir optimistisch bleiben. Vielleicht bringt uns diese schwere Zeit auch ein Umdenken in den Köpfen der Menschen. Zu wünschen wäre es uns allen und auch unserer Umwelt, unserer Erde.

Die erste Woche im „Corona-Stress“ haben wir nun fast hinter uns. Eben gerade hat mein Man festgestellt, man muss echt mal kurz überlegen, was heute für ein Wochentag ist. Hmm… schon als wäre man im Ruhestand. Nehmen wir die Zeit doch als „Schnupper-rentnern“ und machen das Beste draus!

 

Bilder: Silvia Rost

greece1:  Fahrt auf schmalen Straßen an die faszinierende Küste

greece2: Schon am Samstag, den 13.3. menschenleere Straßen und Plätze in den schönsten Küstenorten. Ab diesem Tag waren in ganz Griechenland alle Gaststätten geschlossen.

greece3: Zufallsbekanntschaft: bei Ira und Monolis zu Gast am Meer.

 

Wenn auch ihr Erlebnisse in und mit der Coronakrise aufgeschrieben habt, dann erzählt sie uns und allen anderen Nutzern. Vielleicht können wir damit etwas Ablenkung in den täglichen „Coronawahnsinn“ bringen!

 

Wenn ihr den Lieferservice in Anspruch nehmen wollt, dann klickt einfach auf den Button. Ihr werdet direkt weitergeleitet:

 

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